Gerold Kuhlmann

750. Punktspieleinsatz mit Ehrung

Am ausgezogenen Stubentisch fing alles an
Unvergessen der Heimvorteil im Saal bei Jabben

WBö Mentzhausen, Eine nicht alltägliche Ehrung stand für den Tischtennisspieler, den 67 jährigen Gerold Kuhlmann in der Mentzhauser Mehrzweckhalle an. Vor dem Punktspiel „seiner“ Sechsten, der TTG Jade überraschte Vorsitzenden Hajo Müller (62 Jahre) mit der Bekanntgabe das für Kuhlmann der 750. Punktspieleinsatz im Team anstand. Da war ihm ein formschönes Glasemblem, Schlemmergutschein und der Applaus der TT-Kameraden gewiss. Kuhlmann noch ein Aktiver der das Spielen auf dem Lande, Abseits der Sporthalle kennengelernt hat. Er erinnert sich an den Beginn Anfang der Sechziger Jahre: „ Es begann mit dem Ping Pong auf dem ausgezogenen Stubentisch im Elternhaus in Oldenbrok.“ Hier spielte der stundenlang mit seinem Vetter. Es sollte mehr draus werden und er schnupperte 1967 beim TTC Südbollenhagen herein. Er baute seine Spielstärke schnell aus wurde die Nummer eins im Verein. Die Vereinsmeistertitel sackte er in den folgenden Jahren in Serie ein. Bei seinem Vereinskameraden ging es nur um den „ewigen Zweiten“. Es wurde zu ihm „hochgeschaut“.. Die Punktspiele wurden im kleinen alten, und im Winter, kalten Saal bei „Jabben“ durchgeführt. Kuhlmann: „Das war ein echter Heimvorteil“. Man spielte auch schon mal auf die Stützpfeiler zu wo der Gegner den Ball nicht mehr weg bekam. Nach einer Tanzveranstaltung war der Boden vom Bohnerwachs schon glatt. Ein nasser Feudel oder ausgestreutes Waschpulver sorgten dann für etwas mehr Standfestigkeit. Duschen war da ein Fremdwort. Eine freiwillige Pflicht damals, keinen der Trainingstage am Dienstag und Freitag auszulassen. Auch bei der „2. Halbzeit“, der gemütliche Abschluss in der Gaststube, waren alle Stühle lange besetzt. Auch aus dieser Zeit: Einige fanden die Berührung mit dem TT-Schläger erst im Erwachsenenalter.
Die Presse damals: „Die Mannen um Kuhlmann“ und „Kuhlmann schlägt beidhändig“. Gemeint war neben den normalen Schmetterbällen, sein ansatzloser „Bums“ mit der Rückhand, der bei seinen Gegnern gefürchtet war. Kuhlmann mit einem verschmitzten Lächeln: „Davon ist nicht mehr so viel übrig geblieben“. Aus der „guten alten Zeit“ ist bei ihm hängen geblieben: „ Es war Verlass auf die Leute. Ersatz für eine Mannschaft brauchte man nie“. Als Glück, und Dankbar dafür, sieht er auch an, das bei den vielen Kilometern die man für den Verein gefahren ist, nie etwas passiert ist. 1967 begonnen, ist er jetzt 44 Jahre, und das erfolgreich dabei. Das zeigt seine Bilanz aus den Einzeln: 769 Mal verließ er den Tisch als Sieger. Dem standen nur 657 Niederlagen gegenüber. Meist weisen solche Bilanzen über so einen langen Zeitraum einen Negativtrend aus. Kuhlmann bodenständig, eigentlich immer in einem Verein gewesen, denn 1994 schlossen sich im Tischtennis die Nachbarverein TTC Südbollenhagen und Mentzhauser TV zur TTG Jade zusammen. Heute nimmt er vom Wohnort Loy Gemeinde Rastede, gerne die Touren in seine „alte Heimat“ auf.