Horst Albrecht

Horst Albrecht, ein rastloser 80 jähriger TT-Funktionär blickt zurück

30 Jahre Abteilungsleiter beim TV Stollhamm


WBö Stollhamm, Horst Albrecht, Abteilungsleiter Tischtennis, nun schon im 30. Jahr, beim TV Stollhamm, Unter dem Motto: „Sport hält jung“, kann nun sein Altersjubiläum 80 Jahre feiern. Als Funktionär kann er auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz Tischtennis zurückweisen. Die Positionen als Staffelleiter Tischtennis, auf Bezirks- und Kreisebene legte er erst vor vier Jahren ab. In Worten und Erinnerungsgeschenke vom Bezirksverband und Kreisverband wurde seine ehrenamtliche Arbeit da mehrfach zum Ausdruck gebracht.
Wie begann sein Sportlerleben? Der 80 jährige Horst Albrecht lässt die Zeit Revue passieren:
„Nach Ende des 2. Weltkriegs gab es kein Sportangebot, als erstes gab es einen Jugendtreff in Blexen geleitet von den US-Besatzungstruppen. Hier hatte ich meine erste Begegnung mit dem Tischtennisspiel. In den nächsten Jahren spielte ich aber Fußball beim TuS Einswarden. Nach zwei schweren Achillessehnen Verletzungen war meine Fußballerlaufbahn beendet. Ohne Sport ging es aber nicht. Ich spielte dann Faustball, Feldhandball und Hallenhandball beim Blexer TB. Mit vier weiteren Sportbegeisterten spielten wir zusätzlich Tischtennis im Wintergarten von Wedels Hotel in Blexen.
Wir entschlossen uns eine Tischtennissparte im Blexer TB zu gründen. Das war 1956. Wir hatten zwei ramponierte TT-Tische aus Tischlerplatten. Einer unserer Aktiven, Zimmermannslehrling, sowie ein Malerlehrling kümmerten sich mit unserer Mithilfe um die Reparatur. Zuerst wurden von den Seiten und vom Ende jeweils 5 Zentimeter mit der Handkreissäge abgesägt. Danach wurden die Platten mit Wandtafellack schön grün gestrichen, dazu weiße Ränder, absolut perfekt. Inzwischen spielten wir schon gegen Spieler aus anderen Vereinen. Bei Auswärtsspielen gab es heftige Niederlagen, aber zuhause waren wir unheimlich stark, warum wurde uns aber nicht bewusst. Nach Ende der ersten Punktspielsaison, soweit waren wir schon, bekamen wir ein Handbuch (Regelwerk) vom Kreisvorstand in die Hand gedrückt. Jetzt wussten wir auch warum wir so heimstark waren. Unsere kleinen Platten haben wir schnell in die Ecke gestellt. Gesagt haben wir aber nichts.
Meine erste Begegnung mit dem Funktionärswesen hatte ich auf dem Kreistag 1969. Am damaligen TT-Kreissportwart wurde auf dem Kreistag heftige Kritik geübt. Dieser trat sofort zurück und ich wurde mit der ehrenvollen Aufgabe betraut. Ich konnte leider diese Funktion nur eine Saison ausüben. Mein Berufsweg führte mich nach Bremerhaven, dort arbeitete ich im Dreischichtsystem und somit blieb für das Tischtennisspiel nur wenig Zeit. In dieser Zeit habe ich selbst aber in Blexen weiterhin gespielt. Im Jahre 1977 kehrte ich berufsbedingt nach Nordenham zurück und somit blieb auch mehr Zeit für Tischtennis.
Nach meinem Umzug nach Stollhamm im Jahre 1981 schnupperte ich beim Training des TV Stollhamm vorbei, aber oh Graus, vom Blexer TB war ich ein leistungsorientiertes Training gewohnt, hier ging alles ein weniger gemütlicher daher. Ich erinnere mich an eine Begebenheit: Zum fälligen Punktspiel versammelten sich in der Umkleidekabine 11 Spieler mit einem Kasten Bier, und um über Gott und die Welt zu sprechen. Kurz vor Spielbeginn, der Gegner war bereits anwesend, wurde die Aufstellung besprochen und der Mannschaftsführer hatte große Mühe drei weitere Spieler zum Spielen zu motivieren. Der Rest der Mannschaft hatte andere Pläne den Abend zu verbringen.
Das war wirklich nicht meine Welt. Aber um mir die Fahrerei nach Blexen mindestens zweimal in der Woche zu ersparen wechselte ich 1982 vom Blexer TB zum TV Stollhamm.
Hier war die Situation folgende: Es gab eine Herrenmannschaft in der 3. Kreisliga, den Begriff Kreisklasse gab es noch nicht, sie belegte den letzten Tabellenplatz, also tiefer ging es nicht mehr.
Jugend- und Schülerbereich-Fehlanzeige-, es konnte bei intensiver Arbeit nur aufwärts gehen.
Für den häufig verhinderten Spartenleiter übernahm ich ab der Saison 1982/83 die Aufgaben eines Spartenleiters bis zum heutigen Tage. Es gelang uns dann im Laufe der Jahre bis zu 4 Herrenmannschaften, 1 oder 2 Jungenmannschaften, sowie 1 oder 2 Schülermannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen zu lassen. Der Bereich der weiblichen Jugend war nur sporadisch aktiv. Ab der Saison 2004/05 gab es dort aber einen starken Zulauf. Wir hatten 2 Mädchenmannschaften die am Punktspielbetrieb teilnahmen. Im Herrenbereich erreichten wir die 2. Bezirksklasse. Die Jungen, alle noch Schüler, spielen in der Bezirksklasse, die Schüler spielten in der letzten Saison in der Schüler-Bezirksliga und die 1. Mädchenmannschaft spielt in der Bezirksliga Nord und belegte in der abgelaufenen Saison einen hervorragenden 2. Platz.
Man sieht also dass eine intensive Jugendarbeit auch bei einem kleinen Dorfverein seine Früchte trägt. Da wir aber ein „Ausbildungsverein“ für andere Vereine sind, haben uns immer wieder gereifte Spieler verlassen um in anderen Vereinen ihr Glück zu suchen. Das ehemals vorhandene Spielermaterial würde uns heute sehr viel weiter helfen. Der Ehrgeiz der jugendlichen Spielerinnen und Spieler besteht immer darin gegen stärkere Erwachsene sich zu beweisen. Nur wenn keine Spieler vorhanden sind kommt es in der Spielkultur der Heranwachsenden zum Stillstand. Die weitere Entwicklung muss man abwarten.
Außer meiner Tätigkeit im Verein war ich 20 Jahre als Staffelleiter auf Bezirks- und Kreisebene tätig. Diese Tätigkeiten habe ich aber ab der Saison 2008/09 abgegeben.
Als Schlusswort möchte ich betonen, dass mir meine Tätigkeiten ehrenamtlicher Art immer sehr viel Freude gemacht hat und ich hoffe das die Jugend irgendetwas für ihr späteres Leben mitgenommen hat.“
Eins ist anzumerken von seinem Stil. Erscheint er in der Halle geht es schon ruhiger und in geordneten Bahnen zu. Sein Wort zählt.




Horst Albrecht

(Der Motor des TV Stollhamms)